In Kooperation mit:

PEKo 1.0

Partizipative Entwicklung und Evaluation eines multimodalen Konzeptes zur Gewaltprävention

Ziel des PEKo Projekts war es, teilnehmenden Einrichtungen der stationären Altenversorgung bei der Entwicklung und der Implementierung von Konzepten zur Prävention von Gewalt zu unterstützen. Darüber hinaus wurde das Projekt wissenschaftlich begleitet, umso Erkenntnisse zur Wirksamkeit zu generieren.

Das Projekt PEKo 1.0 richtete sich an Einrichtungen der stationären Altenpflege. Bundesweit haben insgesamt 53 Einrichtungen aus Hessen (12), Mecklenburg-Vorpommern (8), Niedersachsen (2), Sachsen (10), Sachsen-Anhalt (8) und Schleswig-Holstein (13) teilgenommen.

In der 12-monatigen Projektlaufzeit wurden gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen der teilnehmenden Einrichtung bedarfsgerechte Maßnahmen zur Gewaltprävention erarbeitet, umgesetzt und nachhaltig implementiert. Schwerpunkt war es, Handlungssicherheit und -optionen im Umgang mit und zur Vermeidung von Gewalt zu schaffen sowie Mitarbeitende aber auch Bewohner zu sensibilisieren.

Kernelement der multimodalen Intervention sind/ waren:

  • Eine einrichtungsinterne Beratungs- und Ansprechinstanz, sog. PEKo-Beauftagte, die nach innen und außen fungierten.
  • Monatliche, einrichtungsinterne PEKo-Team-Treffen, in denen partizipativ mit Mitarbeiter:innen der Einrichtung bedarfsgerechte Maßnahmen entwickelt und nachhaltig implementiert wurden.
  • Quartalsmäßige, einrichtungsübergreifender PEKo-Team-Treffen, sog. PEKo-Zirkel, die den PEKo-Beauftragten einen Austausch ermöglichte.

Wissenschaftliche Begleitung (Evaluation)

Da es sich um eine komplexe Intervention handelt, wurden für die Evaluation, die Überprüfung der Machbarkeit, sowohl qualitative als auch quantitative Methoden im Sinne eines „Mixed Methods“-Ansatzes kombiniert.

 

Für die Evaluation standen folgende Datenquellen zur Verfügung:

  • Schriftliche Mitarbeiterbefragung, zu Beginn, 6 Monate nach Beginn und am Ende der Intervention. Diese gab Aufschluss über Veränderungen im Gewaltgeschehen.
  • Auswertung teilnehmenden Beobachtungen der PEKo-Team-Treffen, Fokusgruppen und Einzelinterviews, um hemmende und fördernde Faktoren bei der Umsetzung der Intervention zu erfassen.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung zeigten, dass Gewalt im Kontext stationäre Langzeitpflege ein alltägliches Phänomen darstellt und es an bedarfsgerechten Maßnahmen zur Gewaltprävention mangelt. Im Arbeitsalltag sahen sich die Mitarbeiter:innen häufig psychischer Gewalt durch Pflegebedürftige ausgesetzt. Nicht selten waren sie aber auch Ausführende (siehe Abb. 1). Sieben von insgesamt 53 Einrichtungen brachen das Projekt PEKo vorzeitig ab, überwiegend aufgrund von Personal- und Zeitmangel.

Ein Problem, das sich auch bei der Erfassung der Arbeitsbelastung zeigte (siehe Abb. 2).

Abbildung 1

Abbildung 2

Mitarbeiter:innen

Studienzentrum Lübeck:

Anna Dammermann, M.Sc.

Marco Sander, M.A.

 

Studienzentrum Fulda:

Stefanie Freytag, M.Sc.

Kristin Schultes, M.Sc.

Studienzentrum Halle:

Dr. Anja Bieber

Dr. Steffen Fleischer