In Kooperation mit

Handlungsempfehlungen

 

Um das Projektziel entsprechend der zugrunde liegenden Hypothese zu erreichen, wurden folgende Interventionskomponenten unter Wahrung des partizipativen Charakters des Projektes erarbeitet, an denen sich das Gesamtprojekt in seiner Struktur und einzelnen Interventionen anlehnt. Die jeweiligen Komponenten werden folgend kurz dargestellt.

Eine zugrundeliegende Modularisierung ermöglicht  teamindividuelle Prozesse, die aufgrund der partizipativen Struktur des Projektes nicht streng chronologisch eingehalten werden müssen beziehungsweise können. Die im Folgenden aufgeführten Interventionskomponenten verstehen sich als handlungsleitend. Die einzelnen Schritte unterliegen jedoch den Bedarfen und Bedürfnissen der jeweiligen PEKo-Teams.

 

PEKo-Beauftragte*r

Festlegung von mindestens einem Multiplikator („PEKo-Beauftragte*r“) pro teilnehmender Einrichtung als Ansprechpartner*in für die Projektmitarbeiter*innen der Studienzentren und als Ansprech- und Beratungsinstanz für die Mitarbeiter*innen in der jeweiligen Einrichtung.

 

PEKo-Teams

Bildung eines interprofessionellen und einrichtungsinternen PEKo-Teams (bestehend aus den jeweiligen PEKo-Beauftragten und weiteren Interessierten der Bewohner*innen-nahen Arbeitsbereiche der Einrichtung). Dieses Team trifft sich in den alle 4-6 Wochen stattfindenden PEKo-Zirkeln.

 

PEKo-Zirkel (interne Teamtreffen)

Durchführung monatlicher Treffen des PEKo-Teams in offener Struktur im Sinne eines Qualitätszirkels („PEKo-Zirkel“). In den Treffen werden partizipativ gewaltbegünstigende Faktoren und präventive Strategien zur Vermeidung von Gewalt in der Pflege besprochen und reflektiert. Darüber hinaus entstehen im Rahmen der regelmäßigen Treffen weitere Interventionen und Maßnahmen, um künftigen Gewaltereignissen vorzubeugen, beziehungsweise diesen adäquat begegnen zu können, z. B. durch die Ableitung konkreter Handlungsleitlinien.

 

Sensibilisierung

Der Hauptfokus des Projektes liegt entsprechend des Projektziels in der Sensibilisierung des gesamten Teams in den teilnehmenden Einrichtungen. Durch die aus den PEKo-Zirkeln abgeleiteten Interventionen soll dieses Ziel einrichtungsspezifisch erreicht werden.

 

Handlungsleitlinien/Konzept

Als Ergebnis der monatlichen Teamtreffen werden in partizipativer Struktur handlungsleitende Maßnahmen abgeleitet, die im Laufe des Gesamtprojektes in ein übergeordnetes und verbindliches Gewaltpräventionskonzept eingebettet werden.

 

Meldewesen

Unter Berücksichtigung des partizipativen Charakters des Projektes sollte eine Intervention die Einführung eines strukturierten, systematischen Meldewesens von Gewaltereignissen im Sinne eines Gewaltereignisprotokolls sein.

 

Übergreifende Zirkeltermine

Der Fokus der einrichtungsübergreifenden Treffen je Cluster liegt hierbei auf einem gewünschten Austausch hinsichtlich Gewaltereignisse und Vermeidungsstrategien. Basis sind die Erkenntnisse aus der strukturierten anonymisierten Befragung der Mitarbeitenden, sowie die jeweils abgeleiteten Interventionen je teilnehmender Einrichtung.

 

Im Projekt erarbeitete Handlungsempfehlungen

Die bisherigen Interventionen in den teilnehmenden Einrichtungen fokussieren die Felder Sensibilisierung aller Beteiligten, Erlangen von Handlungssicherheit durch Wissenszuwachs und Unterstützungsstrukturen sowie deren Konzeptualisierung und Verstetigung zur nachhaltigen Verankerung. Beispielhaft seien hier genannt: eine gemeinsam entwickelte Einrichtungs-interne Gewaltdefinition, das gemeinsame Erstellen von Plakaten und Infobroschüren, das Erarbeiten von Schulungsformaten (z. B. Rollentauschtage, Erstellen von Fallbeispielvideos), die Installation von Vertrauenspersonen oder die Entwicklung eines Meldewesens sowie entsprechender Handlungsleitlinien, Leitbilder und individueller Gewaltpräventionskonzepte als auch die Integration der Thematik bereits in der Einarbeitung neuer Mitarbeiter*innen.

Insgesamt zeigt sich, dass bereits die Teilnahme an einem Projekt zu diesem häufig in den Einrichtungen tabuisierten Thema zu einer Sensibilisierung führt. Wichtig ist hierbei der Ansatz, die Thematik stets im Sinne einer Kulturveränderung und nicht im Sinne einer Opfer-Täter-Struktur anzugehen.